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Eigenleistung Sanierung: Was Sie wirklich sparen

by Thomas Berger
5 minutes read

Ein selbst gestrichener Raum spart Geld. Eine falsch verlegte Dampfbremse kann dagegen eine ganze Sanierung verteuern. Eigenleistung Sanierung lohnt sich deshalb vor allem dort, wo Ihre Arbeitszeit Handwerkerstunden ersetzt, ohne die Bausubstanz oder Sicherheit zu gefährden.

Material, Werkzeug, Transport und verlorene Zeit bleiben Teil der Rechnung. Wer diese Posten vorher nüchtern einplant, spart nicht nur auf dem Papier.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eigenleistung senkt meist Lohnkosten, nicht die Kosten für Material, Entsorgung oder Planung.
  • Besonders lohnend sind Rückbau, Malerarbeiten, Bodenbeläge und einfache Montagearbeiten.
  • Rechnen Sie realistisch mit 5 bis 10 Prozent Ersparnis bei den gesamten Sanierungskosten, bei klar abgegrenzten Arbeiten auch mehr.
  • Arbeiten an Gas- und Elektroinstallationen dürfen nur von zugelassenen Fachbetrieben ausgeführt werden.
  • Eigene Arbeitszeit bringt keinen Handwerkerbonus und ist steuerlich nicht absetzbar.

Eigenleistung Sanierung: Die echte Rechnung

Die Eigenleistung Sanierung spart nur dann spürbar, wenn sie einen verbindlich kalkulierten Handwerkerposten ersetzt. Wer vor dem Maler kommt, Wände abklebt und den Boden schützt, spart zwar Zeit im Angebot. Den größten Effekt erzielen Sie jedoch, wenn Sie die Malerarbeiten selbst fachgerecht erledigen.

Hohe Einsparungen entstehen bei Gewerken mit viel Arbeitszeit und überschaubarem Materialeinsatz. ERGO beschreibt diese Faustregel zur Eigenleistung treffend: Je höher der Lohnanteil, desto eher rechnet sich Selbermachen. Bei einer neuen Heizungsanlage oder Fenstern dominiert dagegen häufig der Materialpreis. Dort bleibt der Sparanteil begrenzt.

Ein greifbares Beispiel ist das Verlegen von Laminat, Vinyl oder Teppich. Dr. Klein kalkuliert für 80 Arbeitsstunden einen Gegenwert von 3.200 bis 4.800 Euro bei 40 bis 60 Euro pro Stunde. Diese Summe gilt aber nur, wenn der Untergrund vorbereitet ist, die Fläche passt und Sie keinen Fachbetrieb zur Fehlerkorrektur brauchen.

Rechnen Sie daher mit einer kleinen Projektbilanz:

KostenpunktWas Eigenleistung verändert
MaterialBleibt meist vollständig bestehen
HandwerkerlohnKann bei geeigneten Arbeiten weitgehend entfallen
Werkzeug und SchutzKommt zusätzlich hinzu
Entsorgung und TransportWerden oft unterschätzt
Eigene ZeitKostet Geld, wenn Urlaub, Verdienstausfall oder Verzögerungen entstehen
NacharbeitKann die Ersparnis bei Fehlern schnell aufzehren

Bei einer umfassenden Sanierung ist eine Ersparnis von 5 bis 10 Prozent der Gesamtkosten ein vernünftiger Rahmen. Mehr ist möglich, wenn Sie viel Zeit, Erfahrung und eine gut organisierte Baustelle haben. Wer dagegen alle Gewerke selbst erledigen will, verschiebt den Einzug oft um Wochen oder Monate.

Die günstigste Eigenleistung ist eine Arbeit, die der Fachbetrieb nicht erst prüfen, zurückbauen oder nacharbeiten muss.

Diese Arbeiten bringen oft eine gute Ersparnis

Eine gezeichnete Person streicht mit einer Rolle eine Wand in einem leeren Zimmer.

Viele Aufgaben lassen sich sauber abgrenzen. Das macht die Absprache mit Handwerksbetrieben leichter und schützt den Terminplan. Bevor Sie ein Angebot anfordern, sollten Sie genau festlegen, welche Leistung Sie übernehmen und in welchem Zustand Sie den Bereich übergeben.

Gut geeignete Arbeiten sind häufig:

  • Räume leer räumen, Schutzfolien anbringen, Altmaterial sortieren und zur Entsorgung bringen.
  • Tapeten entfernen, Wände spachteln, schleifen sowie streichen, wenn der Untergrund trocken und tragfähig ist.
  • Klick-Vinyl, Laminat oder Sockelleisten verlegen, sofern der Estrich eben und ausreichend trocken ist.
  • Möbel, Innentüren oder einfache Einbauten nach Herstelleranleitung montieren.
  • Gartenflächen freilegen und nicht tragende Verkleidungen zurückbauen, nachdem Sie Leitungen geprüft haben.

Beim Rückbau steckt oft ein unerwartet großer Sparhebel. Alte Teppiche, Holzverkleidungen oder Küchenmöbel zu entfernen kostet Fachbetriebe Arbeitszeit. Gleichzeitig sehen Sie frühzeitig, ob sich hinter einer Verkleidung Feuchtigkeit, Schimmel oder beschädigtes Mauerwerk versteckt. Dann kann der Profi seine Leistung passend planen.

Malerarbeiten sind ebenfalls dankbar, weil Fehler meist sichtbar und korrigierbar sind. Dennoch braucht eine glatte Wand Vorbereitung. Lose Altanstriche, Risse und saugende Untergründe verlangen passende Grundierung und Spachtelmasse. Streichen Sie nicht einfach über Verfärbungen oder feuchte Stellen hinweg.

Bei Bodenbelägen entscheidet der Untergrund. Ein schwimmend verlegter Belag verzeiht kleine optische Fehler, aber keine großen Unebenheiten oder Restfeuchte. Lassen Sie bei Zweifel den Untergrund messen. Die Kosten für diese Prüfung sind meist kleiner als ein späterer Komplettausbau.

Wo Selbermachen endet: Sicherheit, Feuchte und Statik

Sobald ein Fehler verdeckt bleibt oder Folgeschäden auslöst, gehört die Arbeit in erfahrene Hände. Das gilt bei Dachabdichtungen, Fenstereinbau, Außenwanddämmung und Abdichtungen im Keller. Eine kleine Undichtigkeit kann Wasser in die Konstruktion bringen. Bei einer Innendämmung drohen Wärmebrücken und Schimmel, wenn Planung und Anschlüsse nicht stimmen.

Arbeiten an Gas- und Elektroinstallationen dürfen nur von zugelassenen Fachbetrieben ausgeführt werden. Das betrifft auch den Anschluss neuer Geräte, Änderungen am Zählerschrank und Leitungen in Wänden. Bei Wasserleitungen ist Fachwissen ebenfalls wichtig, weil eine undichte Pressverbindung große Schäden verursachen kann.

Vorsicht gilt ebenso bei tragenden Bauteilen. Einen Durchbruch, das Entfernen einer Wand oder Änderungen am Dachstuhl sollten Sie vorab statisch prüfen lassen. Je nach Bundesland und Maßnahme können zusätzlich Genehmigungen nötig sein. Eine Rücksprache mit dem Bauamt ist bei Eingriffen in die Gebäudehülle, bei Nutzungsänderungen oder größeren Umbauten sinnvoll.

In Häusern älterer Baujahre können Schadstoffe vorkommen. Asbest findet sich etwa in manchen Bodenbelägen, Klebern, Fassadenplatten oder alten Dachmaterialien. Beschädigte Materialien dürfen Sie nicht ungeschützt bearbeiten oder in gewöhnlichen Bauschutt geben. Lassen Sie bei Verdacht eine Probe fachlich untersuchen und klären Sie die Entsorgung mit dem örtlichen Wertstoffhof.

Auch Gewährleistung zählt. Wenn ein Fachbetrieb an Ihre Vorarbeit anschließt, kann er Mängel am vorhandenen Untergrund nicht übernehmen. Dokumentieren Sie deshalb Fotos, Maße und verwendete Materialien. Klären Sie schriftlich, welche Vorleistungen der Betrieb akzeptiert und wo seine Verantwortung beginnt.

Zeit, Werkzeug und Förderung gehören ins Budget

Skizze eines Holztisches mit Hausbauplänen, Lineal und Bleistift zur Renovierung.

Eine Eigenleistung Sanierung braucht einen Ablaufplan. Planen Sie nicht nur die Arbeitsstunden, sondern auch Lieferzeiten, Trocknungszeiten und Helfer ein. Wer am Wochenende verspachtelt, kann oft erst nach mehreren Tagen schleifen und streichen. Ein nachfolgendes Gewerk wartet in dieser Zeit.

Leihen Sie Spezialwerkzeug, wenn Sie es nur einmal brauchen. Ein guter Langhalsschleifer, Bautrockner oder Fliesenschneider spart Kraft und verbessert das Ergebnis. Prüfen Sie trotzdem den Mietpreis, die Kaution und den Transport. Billiges Werkzeug aus dem Baumarkt kann bei größeren Flächen mehr Zeit kosten als es spart.

Erstellen Sie außerdem einen Puffer für Verbrauchsmaterial, Container, Schutzkleidung und unerwartete Befunde. Eine realistische Planung des Sanierungsbudgets verhindert, dass ausgerechnet für notwendige Facharbeiten Geld fehlt.

Steuerlich zählt Ihre eigene Arbeitszeit nicht. Der Handwerkerbonus betrifft bezahlte Arbeitskosten eines Betriebs, nicht selbst geleistete Stunden. Auch für Vermieter gilt: Eigene Arbeitsleistung lässt sich nicht absetzen. Belege für Material, Werkzeugmiete und Entsorgung sollten Sie trotzdem vollständig aufbewahren.

Bei energetischen Maßnahmen kann Eigenleistung zudem Fördervorgaben berühren. Viele Programme verlangen Rechnungen von Fachunternehmen oder eine Fachunternehmererklärung. Beantragen Sie Förderungen deshalb vor der Beauftragung und stimmen Sie Ihren Eigenanteil mit Energieberater, Förderstelle und ausführendem Betrieb ab. Für die Gesamtrechnung helfen auch diese Kosten typischer Sanierungsprojekte.

Fazit: Sparen beginnt mit der richtigen Grenze

Eigenleistung spart spürbar, wenn Sie einfache, klar abgegrenzte Arbeiten zuverlässig ausführen. Rückbau, Anstriche und Bodenbeläge sind oft bessere Kandidaten als Dämmung, Abdichtung oder Haustechnik.

Setzen Sie Ihr Budget dort ein, wo Fachwissen Schäden verhindert. Realistisch kalkulierte Eigenleistung macht die Sanierung günstiger, ohne Ihre Sicherheit, Förderung oder Bausubstanz aufs Spiel zu setzen.

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