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Innentüren im Altbau austauschen: Maße und Kosten

by Thomas Berger
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Schon wenige Millimeter können darüber entscheiden, ob eine neue Tür sauber schließt oder später am Boden schleift. Wer Innentüren Altbau austauschen möchte, sollte deshalb nicht mit dem Türblatt beginnen, sondern mit dem Bestand.

Alte Zargen, schiefe Wände und neue Bodenbeläge machen den Austausch anspruchsvoller als im Neubau. Mit einem sauberen Aufmaß, der passenden Zarge und einer realistischen Kostenplanung wird aus der Baustelle ein überschaubares Projekt.

Innentüren Altbau austauschen: erst den Bestand prüfen

Prüfen Sie zuerst, was genau ersetzt werden soll. Ist nur das Türblatt beschädigt, kann es bei einer passenden alten Zarge reichen, Blatt, Bänder und Schloss zu erneuern. Passt die Zarge nicht mehr, ist sie verzogen oder soll sich die Durchgangsbreite ändern, steht ein kompletter Austausch an.

Schauen Sie auch auf die Wand rund um die Öffnung. Lose Putzkanten, Risse, Feuchtespuren oder eine stark unebene Laibung sollten vor der Bestellung geklärt sein. Eine neue Zarge verdeckt kleine Macken, sie kann aber keinen instabilen Untergrund ausgleichen.

Historische Türen nicht vorschnell entsorgen

Kassettentüren aus Massivholz, profilierte Bekleidungen oder alte Beschläge prägen viele Altbauwohnungen. Oft lassen sich solche Türen richten, neu lackieren oder mit einer passenden Dichtung verbessern. Eine Tischlerei kann verzogene Türblätter, ausgerissene Bänder und beschädigte Kanten häufig reparieren.

Steht das Gebäude unter Schutz, sollten Sie historische Bauteile besonders sorgfältig behandeln. Hinweise zu Auflagen und Anträgen finden Sie beim Thema Altbau unter Denkmalschutz renovieren.

In Mietwohnungen vorher schriftlich fragen

Mieter sollten den Austausch von Türblatt und Zarge vorab mit dem Vermieter abstimmen. Das gilt besonders, wenn eine alte Zarge entfernt, die Wandöffnung verändert oder eine Tür eingelagert werden soll.

Bewahren Sie ausgebaute Originalteile trocken und geschützt auf. Bei einem späteren Auszug kann der ursprüngliche Zustand wichtig werden.

Türen erst nach Putz und Boden planen

Neue Innentüren gehören in der Sanierungsreihenfolge weit nach hinten. Feuchte Arbeiten wie Mauern, Verputzen, Fliesen und Estrich müssen abgeschlossen sein. Auch der spätere Fußbodenaufbau muss feststehen, bevor Sie die Höhe der Türöffnung bestimmen.

Parkett, Vinyl, Fliesen und Teppich verändern das Fertigfußbodenniveau. Wird die Zarge auf den Rohboden gestellt und kommt später ein hoher Belag hinzu, kann das Türblatt unten anstoßen. Umgekehrt entsteht ein unschöner Spalt, wenn der neue Boden niedriger ausfällt als geplant.

Die Wandöffnung vor dem Aufmaß freilegen

Für einen vollständigen Tausch muss die alte Zarge meist heraus. Erst dann sehen Sie die tatsächliche Maueröffnung, den Zustand des Sturzes und die Wandstärke. Planen Sie kleine Putzreparaturen deshalb vor dem Zargeneinbau ein.

Bei einer umfassenden Renovierung hilft es, die richtige Reihenfolge bei der Altbausanierung festzulegen. Türen kommen erst, wenn Wandflächen, Bodenhöhe und Leitungsarbeiten geklärt sind.

Wohnungseingangstüren sind ein Sonderfall

Eine Wohnungseingangstür ist keine gewöhnliche Innentür. Schallschutz, Einbruchhemmung, Rauchschutz oder Brandschutz können vorgeschrieben sein. Tauschen Sie dort niemals nur ein beliebiges Türblatt aus.

Wenn eine klassifizierte Tür vorhanden ist, müssen Türblatt, Zarge, Beschläge, Dichtungen und Montage als geprüftes System zusammenpassen. Die Hausverwaltung oder ein Fachbetrieb kann klären, welche Ausführung erforderlich ist.

Türöffnung im Altbau richtig ausmessen

Beim vollständigen Austausch messen Sie an der freigelegten Maueröffnung, nicht an der alten Tür. Alte Zargen und Türblätter können sich über Jahrzehnte verzogen haben. Für die Bestellung zählt das kleinste nutzbare Maß der Öffnung.

Person misst eine freigelegte Türöffnung mit einem Bandmaß im Altbauflur.

Diese Maße gehören auf den Aufmaßzettel

Messen Sie jede Türöffnung separat und notieren Sie die Werte eindeutig nach Raum und Öffnungsrichtung.

  1. Ermitteln Sie die Breite oben, mittig und unten. Für die Auswahl zählt das kleinste Ergebnis.
  2. Messen Sie die Höhe links und rechts vom fertigen Fußboden bis zur Unterkante des Sturzes. Maßgeblich ist die kürzere Seite.
  3. Prüfen Sie die Wandstärke an mindestens drei Stellen. Rechnen Sie Putz, Fliesen, Wandverkleidungen und Trockenbau mit ein.
  4. Kontrollieren Sie mit Wasserwaage oder Richtlatte, ob die Laibung lotrecht ist und wie stark die Wand aus dem Winkel läuft.

Eine Übersicht zu Türen- und Rohbaumaßen hilft beim Einordnen der Werte. Sie ersetzt aber nicht die Maßtabelle des gewählten Zargenherstellers.

Bei einer schiefen Altbauöffnung entscheidet immer die kleinste Breite und die kürzeste Höhe über die bestellbare Zarge.

DIN links oder DIN rechts bestimmen

Auch die Öffnungsrichtung gehört zur Bestellung. Stellen Sie sich auf die Seite, auf der die Tür zu Ihnen aufschwingt. Sehen Sie die Bänder links, handelt es sich um DIN links. Sehen Sie sie rechts, bestellen Sie DIN rechts.

Prüfen Sie außerdem, ob das Blatt mit dem Lichtschalter, einem Heizkörper oder einem Möbelstück kollidiert. Gerade schmale Flure funktionieren oft besser, wenn sich die Tür in den Raum statt in den Flur öffnet.

Türblattmaße nach DIN richtig einordnen

Viele moderne Innentüren folgen der DIN 18101. Diese Norm ordnet Türblattgrößen, Bandsitz und Schlosssitz aufeinander ab. Im Altbau finden sich jedoch oft ältere Maße, Sonderhöhen oder handwerklich gefertigte Türen.

Bei gefälzten Innentüren gehören 610, 735, 860 und 985 Millimeter zu den häufigen Türblattbreiten. Die Höhe von 1.985 Millimetern ist weit verbreitet. Die Türblattgrößen nach DIN 18101 zeigen, wie Türblatt und zugehöriges Nennmaß zusammenhängen.

Häufiges TürblattmaßTypischer Einsatz
610 x 1.985 mmSchmale Nebenräume oder ältere kleine Bäder
735 x 1.985 mmKleine Zimmer und Abstellräume
860 x 1.985 mmÜbliche Wohnraumtür
985 x 1.985 mmBreitere Durchgänge und komfortablere Nutzung

Wer mehrere Innentüren Altbau austauschen lässt, sollte nicht davon ausgehen, dass jede Öffnung dasselbe Maß hat. Selbst bei identischen Räumen können Breite, Höhe und Wandstärke abweichen.

Sondermaße rechtzeitig erkennen

Weicht die Öffnung stark vom Normraster ab, kommen ein Sondermaß, eine angepasste Zarge oder eine Änderung der Wandöffnung infrage. Ein Sondermaß kostet meist mehr und hat oft längere Lieferzeiten.

Kürzen Sie ein Türblatt nur, wenn der Hersteller es ausdrücklich erlaubt. Bei Röhrenspan-, Vollspan-, Glas- und Brandschutztüren kann ein falscher Zuschnitt Konstruktion, Funktion oder Zulassung beeinträchtigen.

Die passende Zarge für unebene Altbauwände

Die Zarge verbindet Türblatt und Wandöffnung. Sie bestimmt daher nicht nur die Optik, sondern auch, ob die Tür gerade hängt und sauber schließt. Im Altbau ist eine verstellbare Umfassungszarge oft praktisch, weil sie die Wand von beiden Seiten fasst und kleine Unebenheiten verdeckt.

Skizze mit historischer und verstellbarer Türzarge an einer unebenen Altbauwand.

Umfassungszarge, Renovierungszarge oder Blockzarge

Eine Umfassungszarge ist die übliche Lösung für neue Innentüren. Sie besteht aus Futterbrett und Bekleidungen, die Wandkanten auf beiden Seiten abdecken. Entscheidend ist der passende Verstellbereich für die gemessene Wandstärke.

Eine Renovierungszarge kann eine vorhandene Stahlzarge überdecken. Dadurch sparen Sie den aufwendigen Ausbau, verlieren aber etwas lichten Durchgang. Prüfen Sie vorab, ob der verbleibende Durchgang für Möbel, Rollatoren oder Kinderwagen noch ausreicht.

Eine Blockzarge sitzt innerhalb der Laibung. Sie passt optisch gut zu manchen historischen Räumen, verlangt aber eine gerade und sauber vorbereitete Öffnung.

Zarge und Türblatt immer als System kaufen

Gefälzte und stumpf einschlagende Türen brauchen unterschiedliche Zargen, Bänder und Falzgeometrien. Auch Schlosskasten, Bandaufnahme und Drückergarnitur müssen zusammenpassen.

Hersteller führen die Maße nicht immer gleich aus. Deshalb sind die technischen Maßtabellen von JELD-WEN ein gutes Beispiel dafür, warum Sie vor der Bestellung immer die Unterlagen des konkreten Systems lesen sollten.

Türblatt, Oberfläche und Beschlag auswählen

Die günstigste Innentür ist nicht automatisch die passende. Überlegen Sie, wie stark der Raum genutzt wird, wie wichtig Schallschutz ist und ob Feuchtigkeit eine Rolle spielt.

Eine Wabeneinlage spart Gewicht und Geld. Für ein selten genutztes Gästezimmer kann sie genügen. Röhrenspan- und Vollspanblätter wirken meist stabiler, dämpfen Geräusche besser und halten häufige Nutzung besser aus.

CPL, Lack, Furnier oder Massivholz

CPL-Oberflächen sind robust und pflegeleicht. Sie passen gut zu Fluren, Kinderzimmern und Mietwohnungen. Weißlack wirkt hochwertig, zeigt bei Stößen aber schneller kleine Schäden.

Echtholzfurnier bringt Wärme in den Raum und lässt sich bei kleineren Kratzern oft überarbeiten. Massivholz passt zu historischen Böden und Kassettentüren, kostet aber deutlich mehr. Achten Sie auf eine Oberfläche, die zu vorhandenen Sockelleisten, Fenstern und Einbauten passt.

Beschläge prägen Komfort und Funktion

Eine leichte Tür mit hochwertigem Drücker fühlt sich oft besser an als ein teures Blatt mit wackeliger Garnitur. Wählen Sie für Bad und WC eine WC-Garnitur mit Notentriegelung. Schlafzimmer und Arbeitszimmer profitieren von einem Buntbart- oder Profilzylinderschloss, wenn Privatsphäre wichtig ist.

Die Erläuterung zur DIN 18101 macht deutlich, warum Schloss- und Bandpositionen beim Austausch zusammenpassen müssen. Ein altes Blatt mit abweichenden Bändern lässt sich selten ohne Anpassung an eine neue Standardzarge hängen.

Alte Türzarge ausbauen und neue Tür montieren

Der Austausch einer normalen Holz-Umfassungszarge ist für geübte Heimwerker möglich. Arbeiten Sie jedoch langsam, denn alter Putz reißt schnell großflächig aus. Decken Sie Parkett, Dielen und Fliesen ab, bevor Sie mit dem Ausbau beginnen.

Die alte Zarge behutsam lösen

Hängen Sie zuerst das Türblatt aus und entfernen Sie die Bekleidungen vorsichtig. Danach lösen Sie Schaum, Schrauben oder alte Befestigungen, bevor Sie die Rahmenteile herausnehmen. Starke Hebelkräfte beschädigen im Altbau leicht die Laibung.

Kontrollieren Sie nach dem Ausbau Sturz, Mauerwerk und Putz. Lose Stellen müssen weg, größere Ausbrüche sollten vor dem Einbau trocknen und tragfähig sein.

Die neue Zarge exakt ausrichten

Montieren Sie die Zarge nach der Anleitung des Herstellers. Der übliche Ablauf sieht so aus:

  1. Reinigen Sie die Öffnung und prüfen Sie nochmals Breite, Höhe und Wandstärke.
  2. Setzen Sie die Zarge zunächst trocken zusammen und stellen Sie sie in die Öffnung.
  3. Richten Sie sie mit Wasserwaage, Distanzklötzen und Spreizen lotrecht aus.
  4. Befestigen Sie sie nach Herstellervorgabe, lassen Sie den Montageschaum aushärten und hängen Sie anschließend das Türblatt ein.

Testen Sie nach dem Einhängen Schloss, Falle, Bodenluft und gleichmäßige Fugen. Erst wenn die Tür sauber schließt, werden die Bekleidungen endgültig montiert.

Bei Leitungen und Wanddurchbrüchen gilt Fachbetrieb

In Altbauwänden können verdeckte Leitungen liegen. Arbeiten an Gas- und Elektroinstallationen dürfen nur von zugelassenen Fachbetrieben ausgeführt werden.

Soll eine Öffnung verbreitert, ein Sturz verändert oder eine Wand durchbrochen werden, braucht es eine fachliche Prüfung. Bei tragenden Wänden, Gemeinschaftseigentum und denkmalgeschützten Gebäuden gelten je nach Bundesland weitere Vorgaben. Rücksprache mit Bauamt, Statiker, Verwaltung oder Denkmalbehörde ist dann sinnvoll.

Was Innentüren im Altbau kosten

Für eine einfache CPL-Tür in Weiß mit Zarge, Beschlag und Montage liegen typische Gesamtpreise 2026 oft bei etwa 250 bis 450 Euro pro Tür. Im Altbau steigt der Aufwand, wenn die alte Zarge schwer auszubauen ist oder Putz und Laibung nachgearbeitet werden müssen.

Türblatt, Zargenteile, Beschläge und Werkzeuge liegen neben einem geschützten Holzboden.

Die folgenden Werte sind Richtpreise pro Tür. Region, Material, Zugang und Zustand der Öffnung beeinflussen Angebote stark.

AusführungGrobe Gesamtkosten je TürTypische Preistreiber
CPL oder Weiß, Standardmaß250 bis 450 EuroEinfache Zarge, Standardbeschlag
CPL mit Glas oder höherwertigem Kern400 bis 700 EuroGlasausschnitt, Beschläge, Montage
Echtholzfurnier400 bis 800 EuroOberfläche, Kante, Zargenqualität
Massivholz oder Sondermaß600 bis 1.500 EuroFertigung, Gewicht, Anpassungsarbeiten

Bei passenden alten Stahlzargen kann ein neues Türblatt zunächst günstiger wirken. Passen Bänder, Schloss und Falz nicht, entstehen jedoch schnell zusätzliche Tischlerkosten. Auch Entsorgung, Putzarbeiten, Bodenanschlüsse und Sonderbeschläge gehören ins Angebot.

Standardmaße halten die Materialkosten meist niedriger, wie auch ein Überblick zu Standard-Türmaßen zeigt. Für mehrere Türen lohnt es sich, Angebote als Gesamtpaket zu vergleichen und das Sanierungsbudget für den Altbau zu planen.

Typische Fehler beim Türtausch vermeiden

Viele Probleme entstehen vor dem Einbau. Wer nach der alten Tür bestellt, statt die Maueröffnung zu messen, bestellt im Zweifel das falsche System. Das gilt besonders bei Türen, die seit Jahren schleifen oder sichtbar schief hängen.

Den Fertigfußboden nicht vergessen

Die Türhöhe muss sich am endgültigen Boden orientieren. Liegt der neue Boden noch nicht, notieren Sie Aufbauhöhe und Oberkante genau. Ein später nachgerüsteter Boden kann das Türblatt blockieren.

Prüfen Sie auch die lichte Durchgangsbreite. Eine breite Zarge oder eine Renovierungszarge reduziert den nutzbaren Durchgang stärker, als das Außenmaß vermuten lässt.

Angebote nicht nur nach dem Endpreis vergleichen

Ein günstiges Angebot kann Türblatt, Zarge und Montage enthalten, aber ohne Ausbau, Entsorgung oder Putzreparatur kalkuliert sein. Fragen Sie deshalb nach einer klaren Aufstellung aller Leistungen.

Beim Projekt Innentüren Altbau austauschen sind Maßblatt, Türanschlag, Wandstärke, Oberfläche und Beschlag die wichtigsten Angaben. Ein Foto der Öffnung und ein schriftliches Aufmaß verhindern Missverständnisse zwischen Bestellung und Montage.

Fazit: Erst messen, dann bestellen

Der Türtausch im Altbau gelingt, wenn die neue Tür zur tatsächlichen Öffnung, zur Wandstärke und zum fertigen Boden passt. Normmaße helfen bei der Auswahl, doch die Messung vor Ort hat immer Vorrang.

Wer Innentüren Altbau austauschen will, sollte jede Öffnung einzeln dokumentieren und Zarge, Türblatt sowie Beschlag als gemeinsames System planen. Dann schließen neue Türen leise, sitzen gerade und passen dauerhaft zum Charakter des Gebäudes.

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