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Küche renovieren: Installationen planen, Kosten halten

by Thomas Berger
6 minutes read

Eine schöne Front und eine neue Arbeitsplatte lösen kein Problem, wenn Steckdosen fehlen oder der Wasseranschluss am falschen Ort sitzt. Wer eine Küche renovieren will, sollte deshalb zuerst Leitungen, Anschlüsse und Abluft planen.

Besonders im Altbau liegen die teuren Überraschungen oft hinter Putz, Sockelleiste oder Küchenschrank. Mit einem klaren Ablauf lassen sich Umbauten sinnvoll beauftragen und unnötige Nachträge vermeiden.

Küche renovieren: Den Bestand vor dem Abriss prüfen

Bevor Möbel bestellt oder Fliesen ausgesucht werden, braucht die Küche ein genaues Aufmaß. Messen Sie Wandlängen, Fensterlaibungen, Türanschläge, Deckenhöhe und Nischen. Halten Sie außerdem fest, wo Wasser, Abwasser, Strom, Gas und vorhandene Abluft heute liegen.

Nahaufnahme einer Person, die eine Ecke mit einem Metallwinkel ausmisst.

Photo by Antoni Shkraba

Alte Leitungen nicht nur oberflächlich beurteilen

Ein neu gestrichener Anschlusskasten sagt wenig über den Zustand der Leitungen aus. In älteren Häusern können veraltete Sicherungen, zu wenige Stromkreise oder korrodierte Wasserleitungen den Umbau verteuern.

Lassen Sie daher vor der Detailplanung einen Elektrofachbetrieb und bei Bedarf einen Sanitärbetrieb auf den Bestand schauen. Besonders wichtig ist das bei einer geplanten Induktionsplatte, einem zusätzlichen Backofen oder einer Verlegung der Spüle.

Den Küchenplan mit Installationspunkten ergänzen

Zeichnen Sie nicht nur Schränke ein. Jeder Verbraucher braucht einen festen Platz: Kühlschrank, Geschirrspüler, Backofen, Kochfeld, Dunstabzug, Beleuchtung und Kleingeräte.

Markieren Sie auch die gewünschte Position von Spüle und Geschirrspüler. Je weiter diese Punkte vom vorhandenen Strang abrücken, desto höher werden meist Aufwand und Kosten. Ein vorhandener Anschluss ist oft mehr wert als eine gestalterisch perfekte, aber teure neue Kücheninsel.

Eine Person vergleicht einen Grundriss mit markierten Installationszonen an einer Küchenwand.

Wasser und Abwasser sinnvoll anordnen

Die Spüle bestimmt den Wasserbereich. Daneben steht meist der Geschirrspüler, deshalb sollte sein Anschlussweg kurz und zugänglich bleiben. Planen Sie Absperrventile so, dass sie nicht hinter fest montierten Schränken verschwinden.

Den Spülenstandort realistisch bewerten

Eine Spüle an der gegenüberliegenden Wand kann funktionieren. Allerdings muss ein Fachbetrieb prüfen, ob Wasser- und Abwasserleitungen sauber geführt werden können. Das Abwasser braucht ein ausreichendes Gefälle, außerdem dürfen Anschlüsse später nicht unzugänglich sein.

In vielen Bestandsküchen spart es Geld, die Spüle nahe am bisherigen Standort zu belassen. Dann reichen manchmal neue Eckventile, ein moderner Geruchsverschluss und angepasste Anschlüsse für Spülmaschine und Armatur.

Leckageschutz und Zugang mitdenken

Unter der Spüle sammeln sich oft Geräteanschlüsse, Ventile und Mülltrennung auf engem Raum. Lassen Sie ausreichend Platz für Schläuche und Wartung. Ein Wasserschutzsystem am Geschirrspüler kann Schäden begrenzen, ersetzt aber keine fachgerechte Installation.

Eigenleistung passt bei Demontage, Möbelaufbau oder dem Einbau von Auszügen. Bei fest verlegten Wasserleitungen, neuen Abwasserwegen oder dem Anschluss von Geräten ist ein Sanitärbetrieb die vernünftige Wahl. Das gilt besonders, wenn Wände oder Böden geöffnet werden müssen.

Jeder verlegte Anschluss kostet mehr als Rohr und Arbeitszeit. Wandöffnung, Wiederherstellung, Prüfung und die Anpassung der Möbel gehören ebenfalls in die Kalkulation.

Strom in der Küche sicher planen

Eine moderne Küche braucht mehr als eine Steckdose über der Arbeitsplatte. Kaffeemaschine, Wasserkocher, Mikrowelle und Küchenmaschine laufen oft gleichzeitig. Dazu kommen feste Verbraucher wie Kühlschrank, Geschirrspüler, Backofen und Dunstabzug.

Verbraucher früh beim Elektriker anmelden

Erstellen Sie eine Geräteliste mit Hersteller, Modell und Anschlussart. Diese Liste hilft dem Elektriker, Stromkreise, Schutztechnik und Anschlüsse passend zu planen. Für Kochfeld und Backofen gelten andere Anforderungen als für eine Leuchte oder eine Steckdose.

Auch die Beleuchtung gehört auf den Plan. Arbeitslicht unter Oberschränken, Pendelleuchten und Deckenlampen sollten getrennt schaltbar sein, wenn Sie die Küche flexibel nutzen möchten. Planen Sie Steckdosen lieber vor dem Fliesenspiegel als danach.

Für Altbauten lohnt sich ein Blick auf die gesamte Anlage. Hinweise zu Reserveplätzen, Fehlerstromschutz und Kosten finden Sie im Beitrag zum Sicherungskasten im Altbau.

Bei Elektroarbeiten endet die DIY-Grenze

Arbeiten an Gas- und Elektroinstallationen dürfen nur von zugelassenen Fachbetrieben ausgeführt werden. Das betrifft auch Herdanschlüsse, neue Leitungen, Änderungen im Verteiler und fest angeschlossene Geräte.

Sie können dem Fachbetrieb aber viel Vorarbeit abnehmen: Geräte festlegen, Wandflächen freiräumen, Steckdosenwünsche markieren und Leitungswege mit der Küchenplanung abstimmen. So bezahlt man keine teuren Stunden für Entscheidungen, die längst hätten fallen können.

Gas, Abluft und Wanddurchbrüche abstimmen

Ein Gaskochfeld oder eine Ablufthaube bringt eigene Anforderungen mit. Diese Punkte dürfen nicht erst auftauchen, wenn die Küchenmonteure bereits vor der Tür stehen.

Gasanschluss nur mit zugelassenem Betrieb ändern

Wer von Gas auf Induktion wechselt, sollte die Stilllegung des vorhandenen Anschlusses mit einem Fachbetrieb besprechen. Bleibt ein Gaskochfeld geplant, muss dessen genaue Position früh feststehen. Die DVGW-Informationen zur Hausinstallation und TRGI zeigen, warum für Gasinstallationen technische Regeln maßgeblich sind.

Arbeiten an Gas- und Elektroinstallationen dürfen nur von zugelassenen Fachbetrieben ausgeführt werden. Bewahren Sie Prüf- und Übergabeunterlagen auf. Sie helfen bei späteren Änderungen, Schäden oder einem Verkauf der Wohnung.

Abluft nicht ohne Prüfung nach außen führen

Eine Umlufthaube braucht keinen Wanddurchbruch, filtert aber die Kochdünste anders als eine Abluftlösung. Bei Abluft müssen Kanalweg, Außenwand, Rückstauklappe, Lärm und mögliche Wärmeverluste zusammenpassen.

In einer Eigentumswohnung betrifft ein Durchbruch durch die Außenwand im Regelfall Gemeinschaftseigentum. Prüfen Sie Teilungserklärung und Beschlüsse der Eigentümergemeinschaft, bevor Sie einen Handwerker beauftragen. Je nach Bundesland, Denkmalschutz und Gebäudeart können weitere Vorgaben gelten. Bei Unsicherheit ist Rücksprache mit Verwaltung und Bauamt sinnvoll.

Kosten der Küchenrenovierung begrenzen

Die teuerste Küche ist oft nicht die mit der besten Ausstattung. Hohe Rechnungen entstehen, wenn sich Grundriss, Installationen und Geräte erst während des Einbaus ändern. Legen Sie vor Vertragsabschluss ein Budget für Möbel, Geräte, Gewerke und Reserve fest.

Materialproben, Maßband und Kostenblatt liegen vor einer teilweise renovierten Küche.

Mit einem realistischen Kostenkorridor rechnen

Die folgenden Werte sind grobe Orientierungswerte für einzelne Leistungen. Region, Leitungsweg, Zustand des Gebäudes und Wiederherstellung von Wand oder Boden können den Preis deutlich verändern.

LeistungTypischer Kostenkorridor
Bestandsaufnahme der Elektroanlage80 bis 150 Euro
Einfacher Wasseranschluss50 bis 125 Euro
Verlegung von Wasser und Abwasser800 bis 2.500 Euro oder mehr
Erweiterung der Küchen-Elektrik1.200 bis 4.000 Euro
Gasanschluss durch Fachbetrieb150 bis 350 Euro
Abluftdurchbruch inklusive Kernbohrung250 bis 800 Euro
Küchenmontage bei Standardzeile900 bis 1.500 Euro

Der wichtigste Puffer liegt bei verdeckten Arbeiten. Rechnen Sie dafür je nach Zustand mindestens 10 bis 15 Prozent zusätzlich ein. Eine ausführlichere Planungshilfe für Sanierungsbudgets und Kostenfallen hilft dabei, Nachträge nicht zu unterschätzen.

Bei sichtbaren Dingen sparen, nicht bei Anschlüssen

Fronten, Griffe oder eine Arbeitsplatte lassen sich später austauschen. Leitungen hinter einer fertigen Küchenzeile dagegen nur mit erneutem Aufwand. Priorisieren Sie deshalb sichere Anschlüsse, ausreichend Steckdosen und eine belastbare Montage.

Bei Möbeln kann eine Standardbreite Geld sparen. Auch Ausstellungsküchen, robuste Schichtstoff-Arbeitsplatten und weiterverwendete Elektrogeräte sind sinnvolle Optionen. Billige Armaturen oder minderwertige Eckventile führen dagegen oft schneller zu Folgekosten.

Angebote, Eigenleistung und Steuerbonus nutzen

Holen Sie für Installationsarbeiten mindestens drei vergleichbare Angebote ein. Alle Betriebe müssen dieselbe Planung erhalten, sonst vergleichen Sie unterschiedliche Leistungen. Fordern Sie getrennte Positionen für Demontage, Material, Leitungswege, Wandarbeiten, Montage und Abnahme.

Angebote auf fehlende Positionen prüfen

Ein günstiges Angebot kann Schlitze, Kernbohrung, Entsorgung oder das Schließen geöffneter Wände ausklammern. Fragen Sie vor der Beauftragung nach diesen Punkten:

  • Sind Anfahrt, Material, Messung und Dokumentation enthalten?
  • Wer baut alte Anschlüsse zurück und entsorgt den Bauschutt?
  • Wer schließt Wand- und Bodenflächen nach Leitungsarbeiten wieder?
  • Gibt es einen festen Preis oder wird nach Stunden abgerechnet?

Wenn Sie die Küche renovieren, sollten Sie auch Termine sauber koordinieren. Zuerst kommen Demontage und Rohinstallationen. Danach folgen Putz, Fliesen, Malerarbeiten, Boden und schließlich Küchenmontage. Die Endanschlüsse erfolgen erst, wenn Möbel und Geräte an ihrem Platz stehen.

Arbeitskosten steuerlich getrennt ausweisen lassen

Für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsarbeiten kann § 35a EStG eine Steuerermäßigung bringen. Der Gesetzeswortlaut zu § 35a EStG nennt 20 Prozent der Aufwendungen für Handwerkerleistungen, maximal 1.200 Euro im Jahr.

Begünstigt sind im Regelfall Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten, nicht das Material. Zahlen Sie per Überweisung und bitten Sie um eine Rechnung mit getrennten Kostenanteilen. Die Hinweise der Finanzverwaltung zu Handwerkerleistungen erläutern die Bedingungen genauer.

Fazit: Erst die Technik, dann die Optik

Wer eine Küche renovieren möchte, spart mit guter Planung mehr als mit einem vorschnell gewählten Schnäppchen. Wasser, Strom, Gas und Abluft müssen zum Grundriss, zu den Geräten und zum Gebäude passen.

Setzen Sie Ihr Budget zuerst für sichere Installationen und verbindliche Angebote ein. Fronten und Dekor können warten, ein fehlender Anschluss hinter der neuen Küche wird dagegen schnell teuer.

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